Gemeinschaftsschule mit Oberstufe Büdelsdorf

Musical 2016

Störtebeker

Plakat: Martin M. Seifert

Vorwort aus dem Programmheft

Verehrtes Publikum, klar zum Entern?

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Verehrtes Publikum, klar zum Entern?

Ich freue mich sehr, dass Sie sich die Welturaufführung des Musicals „Störtebeker – Gottes Freund und aller Welt Feind“ durch die Musical-AG der HHS ansehen. Ein echtes Piratical. Zwei Jahre habe ich an diesem Stück geschrieben, komponiert und mit ihm gelebt und ich danke allen, die mich dabei mit Ideen, Anregungen, Fragen, Kritik und Lob unterstützt haben.  

Neun Monate Probenzeit liegen hinter uns und nun ist es Zeit, dass das Musical 2016 das Licht der Bühne erblickt und sein Ruf in alle Winde verstreut wird. Helfen Sie mit! Die 38 Teilnehmer an der Musical-AG, auf die ich richtig stolz bin, haben mit großem persönlichen Einsatz an diesem umfangreichen Stück, an ihren Rollen und somit an ihren Persönlichkeiten gearbeitet. Es ist für mich eine große Freude, die Musical-AG zu leiten und zu sehen, welche großartigen Leistungen die Kinder freiwillig und zusätzlich zum regulären Unterricht mit großem persönlichen Einsatz erbringen.

Die konkrete Umsetzung der Szenen haben wir gemeinsam in den Proben entwickelt. Ein wichtiger Motivationsschub ging in dieser Probenphase wieder von den beiden Musical-Workshops mit dem Schauspieler Stefan Hufschmidt aus, dem ich an dieser Stelle herzlich für seinen Einsatz danken möchte. Der Funke sprang wieder sofort über. Zu Piratenmusik wurde der Bühnenraum in Zeitlupe erobert. Es folgten Sprach-übungen zur Lautstärke und Betonung. Stefan Hufschmidt regte an, manche Texte chorisch zu sprechen. Wir haben in dem Workshop versucht, typische Situationen für Szenen zu schaffen, die den Jugendlichen Zugänge und Handlungs-möglichkeiten in dem Musical zu ermöglichen. Die Piratenszene in der Kneipe legten wir absolut trocken und norddeutsch an, so dass sie an Langeweile nicht zu überbieten ist und dadurch eine gewisse Komik erzeugt. Aus diesem Event gingen alle bis an die Zähne motiviert nach Hause.

Das Bühnenbild sollte aus einfachen Elementen bestehen, die in dem Stück immer wieder und möglichst vielseitig zum Einsatz kommen. So entstand die Idee mit den zwei Arten von Kisten: Bierkisten (Piraten) und Obstkisten (Kaufleute) und den unterschiedlichen Segeln als Bühnenhintergrund. Bei den Kostümen sollte der Aspekt der Aktualität der Piraterie eine Rolle spielen. Aus diesem Grunde ist das Stück auch nicht rein historisch gehalten, sondern es tauchen auch aktuelle Uniformelemente auf. Dahinter steckt der Gedanke, dass die Piraten Kleidung anhaben, die sie im Kampf zu Lande oder auf See erbeutet haben.

Neben dem Musical-Workshop brachte uns auch das traditionelle Probenwochenende in Eckernförde voran. Es war eine tolle Zeit. Die Gruppe, bestehend aus Schülerinnen und Schülern verschiedener Klassen, wuchs durch die intensive Probenarbeit zusammen und die Szenen und Lieder verbanden sich zu einem Stück. Für mich war es wunderbar zu erleben, wie das eigene Musical, das ich im stillen Kämmerlein entwickelt hatte, durch die Kinder mit Leben erfüllt wurde. Auch die Musical-AG hat sich in diesem Jahr entwickelt, indem bestimmte Aufgaben wie z.B. die Regieassistenz, die Kostümorganisation und die Requisitenorganisation von Teilnehmern übernommen wurden. So zeigten die Kinder, dass sie Verantwortung für ihre Musical-AG tragen wollen. Diese Entwicklung freut mich besonders, da ich den Traum habe „I have a dream …“, dass in drei Jahren die Musical-AG sowohl von Schülerinnen und Schülern aus der Sekundarstufe I (Klassen 6-10) als auch unserer Oberstufe (Klassen 11-13) besucht wird.

Nun wünsche ich Ihnen einen unterhaltsamen Musicalabend, auch wenn es am Ende nach Bertolt Brecht doch wieder heißt: „Nun sehen wir betroffen, der Vorhang zu und alle Fragen offen.“  

Martin M. Seifert

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Inhalt des Musicals

Das Musical Störtebeker...

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Das Musical „Störtebeker – Gottes Freund und aller Feind“ ist eine Neubearbeitung des berühmten Störtebeker-Stoffes und stammt in Text und Musik aus der Feder von Martin Michael Seifert.

Das Stück entführt die Zuschauer in die Welt der Hamburger Hanse-Kaufleute und deren Widersachern, den Piraten und deren Machenschaften.

Die bekannte Störtebekerlegende wird in diesem Musical ergänzt durch den Fokus auf eine Nebenhandlung, in der ein Kaufmannskind namens Conrad über Bord gespült und schließlich von Klaus Störtebeker gerettet wird. Dieser nimmt den Jungen zu sich und erzieht ihn wie seinen eigenen Sohn.

Doch Conrads Vater, Martin Martinen, hasst Störtebeker, weil er als grausamer Pirat seine Existenz bedroht, und so lässt er ihn am Ende köpfen, ohne zu wissen, dass dieser seinem Sohn das Leben gerettet hat. Doch Conrad macht seinem Vater nach der Störtebekers Hinrichtung große Vorwürfe und so keimen Zweifel und Schuldgefühle in dem passionierten Kaufmann auf.

 Martin Michael Seifert

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Besetzung

Die Besetzung von damals finden Sie hier.

Stimmen zum Musical

Presseberichte

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Musical „Störtebeker - Gottes Freund und aller Welt Feind“

„Hört ihr Leut' und lasst euch sagen, des Störtebekers letzte Stunde hat geschlagen.“ Sicherlich hätte der Nachtwächter von Bergen nur zu gern einmal diese Zeit angesagt.

Am 22. und am 23. Juni dieses Jahres trieb jedenfalls Störtebeker, unter der Leitung von Martin M. Seifert, sein Unwesen an der Heinrich-Heine-Schule in Büdelsdorf.

Begleitet von der Schulband und einem fähigen Team im Hintergrund unterhielt die Musical-AG an zwei Abenden mit einer beklemmenden, doch immer mal wieder lustigen Geschichte aus dem Leben des Freibeuters. Dass das Erzähltempo dabei zeitweise etwas langatmig geriet, ist verzeihlich und wohl den häufigen Umbaupausen geschuldet. Dennoch erhielt das Konfliktpotential des Stückes die Möglichkeit sich zu entfalten: Der Sohn eines Hansekaufmannes und Feindes von Störtebeker wird von eben diesem gerettet. Auch die zeitgenössische Gesellschaft der Stadt Hamburg kommt zu Wort, hasst oder liebt Störtebeker. Vor allem jedoch ist dieses Musical eine Gesellschaftskritik par excellence. Kaum einer hilft dem Armen, der, auf der Straße sitzend, von der Gesellschaft verachtet und verspottet wird. Niemand achtet auf das Leid, das erst zu Verbrechen und Hass führt. So wird Störtebeker, wie schon so oft, auch in diesem Musical zum Märtyrer, der sich über das Recht stellt, um es zu ändern und um zu überleben.

Die Hanse tritt als ein Verein selbstherrlicher, menschenverachtender und arroganter Gierschlünder in Erscheinung. Man will immer mehr und mehr Reichtümer und ja nicht teilen, verachtet die einfachen Leute und lacht selbst über diejenigen von ihnen, die unter der Piraterie ebenfalls leiden. So kommentiert ein hanseatischer Ratsherr mit folgenden Worten die Schilderung des Überfalls auf Bergen und das Einsperren eines Nachtwächters in eine Tonne: „Gar keine schlechte Idee, wäre endlich mal Ruhe nachts.“ Zugegeben: Es mag lustig sein, doch es zeigt deutlich die Verachtung.

Generell gab es einige humoristische Lichtblicke in diesem doch recht dunklen Stück. So ist zum Beispiel eine Kneipenszene der Seeräuber derart trocken und langweilig, dass sie umwerfend komisch ist. Generell sind die Seeräuber offenbar ein feierlustiger Verein, bewahrt dabei jedoch eine herrlich norddeutsche Ruhe. Sogar der Sängerkrieg wird von ihnen wohl als Rückblick auf das letzte Musical hochleben gelassen.

Stilistisch verwendet das Musical einige sehr schöne Mittel. So wird die gespenstische Eingangsszene, in welcher verschiedene Sprecher ihre Meinung über Störtebeker kundgetan haben und dabei auf der ansonsten dunklen Bühne ihr Licht brennen ließen, vor der Hinrichtung Störtebekers wiederholt, gefolgt vom Hamburger Stadtgespräch und der Missachtung oder Fehlinterpretation der Menschlichkeit.

Die Musik ihrerseits schaffte es stets auch eben die Stimmungen im Saal zu kreieren, die für das Stück gewünscht und erforderlich waren, auch wenn nicht alle Töne im Gesang stimmten oder die Lautstärke mitunter ungünstig ausgesteuert war.

Auch die Kostüme waren sehr ansprechend gestaltet und halfen, eine Übersicht über die Position ihrer Träger im Musical zu erlangen. Die Bühnenausstattung war praktisch und ansprechend und die Verwendung von Störtebeker-Bierkisten war ein gelungenes Unterhaltungsmoment. Zudem halfen Bier- und Obstkisten bei der Orientierung, ob man sich gerade bei der Hanse oder den Piraten befand.

Obwohl einige Darsteller etwas träge wirkten und trotz der vielen mit „Fluch der Karibik“ übertönten Umbaupausen ist das Stück also im Großen und Ganzen ein Erfolg mit tollen Darstellern, tollem Team und toller Musik.

Besonders wichtig fand ich die Botschaft des letzten Liedes, dass ein zweiter Blick unbedingt lohnt, wenn man jemanden/etwas beurteilen möchte, da jeder und alles ein zweites Gesicht hat. Und auch wenn danach ein kleiner logischer Fehler folgt, da der Vater wohl irgendwie vergessen hat, dass Störtebeker seinem Sohn das Leben rettete, obgleich er zuvor eben darüber gesungen hatte, ist es ein sehr schöner Moment, als er reuevoll auf die Knie sinkt, als er begreift, dass er dem Mann, dessen Tod er soeben bewirkt hatte, das Leben seines Sohnes verdankt.

Timon Thiemann, Klasse 11 (Juli 2016)

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Hinter den Kulissen

Die Unterstützer und Unterstützerinnen aus dem Jahr 2016

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Interview Herr Seifert

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Musical 2016